Historisches

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Die erste Siedlung in der Gegend von Nattheim geht wahrscheinlich auf die Eisenzeit um 800 v.Chr. zurück. Aus der darauf folgenden Keltenzeit sind heute immer noch Gräber sichtbar, sowie die sog. "Keltenschanzen" oder "Vierecksschanzen". Ab 100 n.Chr. waren die Römer in der Gegend, die jedoch ab 260 von den Alemannen vertrieben wurden, Es waren auch die Römer, welche die ersten Straßen erbauten. Die erste urkundliche Erwähnung erfuhr Nattheim um 1050. In diesem Jahr beurkundete Kaiser Heinrich III. in der "Tavern zu Natten" eine Schenkung an das Bistum Chur.

Auernheim, das auf eine mittelalterliche Burganlage zurückzuführen ist, wurde 1258 das erste Mal urkundlich festgehalten. 1277 erfuhr Fleinheim durch die Grafen von Helfenstein, in deren Besitz es sich zu dieser Zeit befand, seine erste urkundliche Erwähnung. Nach mehreren Teilungen und Besitzerwechseln wurde Nattheim 1448 an Bayern verkauft, wo es bis 1504 auch verblieb. Im Gegensatz zu Nattheim war Auernheim seit 1297 zum größten Teil im Besitz des Klosters Neresheim.
Im Dreißigjährigen Krieg werden die drei Dörfer Nattheim, Fleinheim und Auernheim, aufgrund der Auswirkungen der Schlacht bei Nördlingen durch Feuer fast vollständig zerstört. 1729 wird die barocke Kirche St. Georg in Auernheim fertiggestellt. Nach etlichen Besitzerwechseln des Ortschaftsgebiets geht es 1810 schließlich an Württemberg über. 1763 wurde die Fleinheimer Petruskirche von Hofbaumeister Joseph Dossenberger im schlichten aber schönen Barockstil erbaut.

1775 benötigte das Kloster Neresheim Kalksteinplatten für den Bodenbelag der Abteikirche. Man wurde im jetzigen Steinweiler fündig und schuf durch die Ansiedlung von Steinhauern und Taglöhnern die Grundlage für den heute bestehenden Weiler. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Ortschaften noch hauptsächlich landwirtschaftlich geprägt. Außerdem wurde nach dem Niedergang des Bohnerzabbaus von der Gemeinde eine Zigarrenfabrik angesiedelt, in der hauptsächlich Frauen einen Arbeitsplatz fanden. Sie bestand bis in die Fünfziger Jahre. Auch die Steinhauer aus Steinweiler mußten ein ähnliches Schicksal erdulden. Durch die Einführung des Zements um 1900 wurde der Kalksteinabbau unrentabel. Es blieb ihnen also nichts anderes übrig als sich in den Industriebetrieben im Brenztal neue Arbeit zu suchen. Seit dem zweiten Weltkrieg ist der katholische Bevölkerungsteil in Nattheim, durch die vielen aufgenommenen Heimatvertriebenen, bis heute auf über 40% angestiegen.

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